Oldenb. Erinnerungsorte des I. Weltkriegs

Das „Thema“ Erster Weltkrieg wurde behandelt; ob in wissenschaftlicher Buchform oder als Beiträge zur Lokalforschung. Kaum jemand kennt jedoch die Denkmäler an die Gefallenen des I. Weltkrieges. Hier eine Zusammenstellung für Oldenburg ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Dieser Link führt sie zu einer Karte bei GoogleMaps mit den genauen Standorten der Denkmäler.


Eversten
Hauptstraße/Prinzessinweg
Ringpfeilerhalle; eingeweiht 1925
Hauptstrasse
Zu dieser Anlage siehe unten in den Literaturhinweisen zu den Ringpfeilerbauten; mit Angaben zu diesem Bau.


Ziegelhof
Neuer Friedhof
Mehrere Gräberfelder sind vorhanden.


Innenstadtbereich
Bahnhof / Fürstenbau
für die gefallenen Eisenbahner der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenhahn
<Link>
Einweihung dieser Tafel am 17. November 1957 (!)
hier gab es früher eine andere Tafel des Gedenkens; sie wurde 1957 mit der heutigen Gedenktafel ersetzt; die Gründe für diese Änderung sind unbekannt (vermutlich entsorgt).
Quellen: NWZ, 18. November 1957; Ahrens/Wiechmann/Saul 2014, Seite 63


Innenstadtbereich
Pferdemarkt (ehem. Bahnbetriebswerk)
Donnerschweer Straße
<Link>


Innenstadtbereich
Stau (genauer Standort unbekannt)
ehem. Landesfinanzamt
Denkmal für Gefallene der Finanzverwaltung und des Zolls
Einweihung am Totensonntag (23. November) 1924
1931 noch vorhanden
heute noch vorhanden? Infos bitte an mich: Kontakt


Innenstadtbereich
Poststraße
ehem. Hauptpostamt
Am 29. Oktober 1922 eingeweihtes Ehrenmal für 34 gefallene Angehörige der Kaiserlichen Post in der Schalterhalle der alten Hauptpost.
Entwurf von Regierungsbaurat Ritter
Ausführung von Fa. Högl in Goslaer Sandstein
Aufschrift:
Zum Andenken der im Weltkriege 1914-1918 gefallenen Postbeamten
[es folgen die Namen der 34 gefallenen Postbeamten]
Ehrwürdig bleibe uns ihre Treue!

offenbar beim Umbau 1957 aus der Schalterhalle entfernt worden, war 1970 jedoch noch vorhanden und wurde in das neue Hauptpostamt transferiert, jedoch spätestens seit 1998 im Zuge der Privatisierung der Bundespost verschollen
heute noch vorhanden? Infos bitte an mich: Kontakt
Quellen: NSL, 30.10.1922


Innenstadtbereich
ehem. Prinzenpalais
Eine Ehrentafel befand sich im Treppenhaus des ehemaligen Prinzenpalais; sie soll sich heute noch im Alten Gymnasium befinden.
Einweihung im Mai 1922
Bildhauer Martin
Quellen: NWZ, 23.10.2013; NSL, 21.05.1022

Auf der Rückseite des Gebäudes ist eine Erinnerungstafel angebracht, die an die 469 hier im damaligen Lazarett behandelten „Krieger“ erinnert, die hier „Hilfe und Aufnahme“ fanden.

Prinzenpalais


Innenstadtbereich
Herbartstraße
Herbartgymnasium
ca. 1920


Dobbenviertel
Theodor-Tantzen-Platz
ehemaliges Staatsministerium
heute Polizeidirektion u.a.
„DEN IM WELTKRIEGE / 1914-1918 / GEFALLENEN LANDESBEAMTEN / ANGESTELLTEN U. ARBEITERN / ZUR BLEIBENDEN ERINNERUNG / DAS STAATSMINISTERIUM“
Datum unbekannt


Donnerschwee
Mars-la-Tour-Straße
Landwirtschaftskammer
1961


Haarentor
Ofener Straße
OfenerStr
Gedenkhalle Ostfriesisches Feld-Artillerie-Regiment Nr 62
eingeweiht am 26. September 1921
Entwurf: Jean Robert Charton


Haarentor
Peterstraße
ehemalige Synagoge
Gedenktafeln-Synagoge-markiert
Die jüdische Landesgemeinde ließ nach dem I. Weltkrieg zwei hölzerne Erinnerungstafel mit den Namen der Gefallenen der jüd. Gemeinden im Oldenburger Land anfertigen und am 30. Dezember 1918 mit einer Gedenkfeier eingeweiht. Sie befanden sich bis zum 9.-10. November 1938 rechts und links des Toraschreins und wurde bei dem November-Pogromen vernichtet.
Fünf jüdische Oldenburger sind im I. Weltkrieg gefallen: Gustav Berlowitz, Hugo Kugelmann, Leopold Meyer, Adolf Meyerhoff und Rudolf de Vries.
Auf dem alten jüdischen Friedhof in Oldenburg befindet sich ein Grabstein für Alfred Weinberg (1897-1917) mit der Aufschrift: „… schw. verw. an d. Westfront starb er als Opfer des Weltkrieges im Lazarett zu Frankfurt a./M. am 1. Mai 1917“. Weiterhin befindet sich eine Gedenktafel „Zum Andenken an unseren für das Vaterland gefallenen unvergesslichen Sohn u. Bruder Max Wallheimer“ (1896-1917) (Hildesheim) auf diesem Friedhof.


Haarentor
Peterstraße
Garnisonkirche
<Link>


Haarentor
Peterstraße 44
ehemaliges evangelisches Lehrerseminar
früher im Treppenhaus des Gebäudes
Einweihung am 1. April 1927 (späte Errichtung wegen Inflation und Platzfrage)
Schaffung durch Bildhauerin Elsa Oeltjen-Kasimir
Aufschrift: „DEUTSCHLAND / MUSS LEBEN / UND WENN WIR / STERBEN MÜSSEN / Den zweihundertvierzehn / Gefallenen Brüdern / die Lehrer des Landes
„ein äußerst rares Beispiel expressionistischer Denkmalgestaltung der 20er-Jahre“ in Bockhorn-Klinker
wurde 1985/86 bei Umbauarbeiten geborgen und 2003 durch Stadtarchivar Ahrens auf dem dortigen Dachboden wiederentdeckt
Quellen: Nachrichten aus Stadt und Land, 1. & 2. April 1927, Nordwest-Zeitung 4. März 2003, Abbildung bei Ahrens/Wiechmann/Saul, Seite 74


Dobbenviertel
Theodor-Tantzen-Platz (seit 1960)
sogenanntes „91er Denkmal“
eingeweiht am 18. September 1921 durch Generalfeldmarschall Hindenburg
Entwurf: Prof. Lederer
ehemaliger Standort bis 1960: Schloßplatz

<Fotolink>


Haarentor
Katholischer Friedhof


Osternburg
Cloppenburger Straße
Denkmal des Oldenburger Dragoner-Regiment 19
eingeweiht am 24. April 1921
im ehemaligen Garten des früheren Offizierkasinos des Regiments

Entwurf: O. Katzmann
<Fotolink>


Osternburg
Dreifaltigkeitskirche
Gedenktafel an der Kirche
Enthüllung am 23. November 1924


Osternburg
Gräberfeld links der Kirche, Richtung Friedhofsmauer


Osternburg
Uhlenweg
Denkmal für die Turner des GTA (heute GVO)


Tweelbäke
Ecke Blankenburger Str./Holler Landstraße
ca. 1952
<Link>


Tweelbäke
Borchersweg 80
Entwurf: Harms und Hochbauamt Oldenbug


Bümmerstede
Sandkruger Str./Alter Postweg
ca. 1920
<Link>


Nadorst
Etzhorner Weg / Wilhelmshavener Heerstraße
Einweihung 1905 für Krieg 1870/71; unklar, ob auch Weltkrieg I-Denkmal
Das Denkmal wurde 1986 restauriert, nachdem der Kopf des Adlers abgeschlagen wurde;
Wiederherstellung 2015


Bloherfelde
Bloherfelder Str./Schrampersweg
Bloherfelde
ca. 1922
<Link>


Bürgerfelde
Kleiner Bürgerbusch
Luftschifferdenkmal
Entwurf: Dr. Ing. Heinrich Biebel
1933

Der Entwurf von Biebel enthielt noch in der Mitte des Denkmas ein Hakenkreuz.


Ohmstede
Butjadinger Straße/Mittelkamp
Einweihung: 8. Mai 1921


Ohmstede
Butjadinger Straße/Grashornweg
Friedhof Ohmstede
<Link>


Ohmstede
Rennplatzstraße
Ohmsteder Kirche
Im Innern der Kirche befinden sich 2 hölzerne Tafeln

1921: Beschluss eine Gedenktafel für 347 Opfer anzubringen
1922: Entwurf von Baurat Bitter liegt vor; aufgrund der Vielzahl der Gefallenen lässt sich das Projekt nicht durchführen; Kosten des Entwurfes: 4.000 Mark
1933: Kirchenrat beschließt den Bau eine Ehrenmales; Entwurf des Holzschnitzers Wichmann; Gesamtpreis 2.300 Mark; Anbringung in der Kirche, recht und links neben dem Durchgang verbunden mit dem mittleren Bogen und Inschrift „Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserem Gott die Ehre!
Einweihung: 29. Oktober 1933
<Abbildung / Literatur>

Eine der im Jahr 1925 im Glockenturm angebrachten Glocken trug folgende Inschrift:
„Unseren 1914-1918 gefallenen Brüdern zum Gedächtnis.
Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft.“
Diese Glocke wurde, wie die weiteren vorhandenen Glocken auch, im Februar 1942 entfernt und vermutlich eingeschmolzen.
<Quelle>


Ofenerdiek
Ofenerdieker Straße/Paul-Tantzen-Straße
Entwurf: H. Neidhardt


Am 14. September 1921 warnten die Nachrichten aus Stadt und Land vor einem „Kriegerehrentafel-Schwindel“. Offensichtlich nutzten geschäftstüchtige Leute auch das Gedenken an die Weltkriegstoten für ihre Zwecke.


Literatur:
Ahrens, Claus ; Wiechmann, Gerhard ; Saul, Klaus: Oldenburg 1914 – 1918 : ein Quellenband zur Alltags-, Sozial-, Militär- und Mentalitätsgeschichte der Stadt Oldenburg im Ersten Weltkrieg. Oldenburg, Verlag Isensee, 2014
Ehmler, Christof: Erinnern an die Vergangenheit – Mahnen in der Gegenwart – Lernen für die Zukunft: Denkmäler für Kriegsopfer. In: Das Land Oldenburg – Mitteilungsblatt der Oldenburgischen Landschaft, Nr. 109, IV. Quartal 2000, Seite 18 f. Oldenburg, 2000
Götz, Georg: Der Typus der Ringpfeilerhalle als Kriegerdenkmal im Oldenburger Land. In: Oldenburger Jahrbuch, Band 108. Oldenburg, Verlag Isensee, 2008
Hagen, Dietrich: Oldenburger Steinlese : Studien zur Natursteinverwendung und Dokumentation der steinernen Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in der Stadt Oldenburg. Oldenburg, Verlag Isensee, 1993
Nachrichten aus Stadt und Land (NSL), verschiedene Jahrgänge
Nordwest-Zeitung (NWZ), verschiedene Jahrgänge


Weblinks:
nwzonline.de: Erinnerung an die Toten der Kriege | 19.11.2014
nwzonline.de: 100 Jahre Erster Weltkrieg
volksbund.de: Suche von Kriegsgräberstätten