Neue Erkenntnisse zu den Verleihungszahlen der Oldenburger Rote Kreuz-Medaille

Nach intensiven Recherchen habe ich nun einen Text zu den Verleihungszahlen der Oldenburger Rote Kreuz-Medaille geschrieben:
schmid-ol.de: Neue Erkenntnisse zu den Verleihungszahlen der Oldenburger Rote Kreuz-Medaille

Die ORKM hat übrigens gar nichts mit dem Roten Kreuz zu tun. Sie war ein staatlicher Orden des Großherzogs von Oldenburg, der von 1908 bis 1918 verliehen wurde.

Veröffentlicht unter Schnipsel | Kommentare deaktiviert für Neue Erkenntnisse zu den Verleihungszahlen der Oldenburger Rote Kreuz-Medaille

JRK-Landeswettbewerb 2024

Ein Großveranstaltung für das Jugendrotkreuz fand am 8. Juni 2024 in Brake im DRK-Landesverband Oldenburg statt. Mit 19 teilnehmenden Gruppen ein großer logistischer und personaller Aufwand für einen kleinen Landesverband. Aber: alles lief super, dank der guten Vorbereitung und der vielen Beteiligten. Hier ein Zeitungsbericht dazu:

nwzonline.de: Jugendrotkreuz misst sich in Brake
lv-oldenburg.drk.de: Landeswettbewerb des Jugendrotkreuzes (JRK): Gemeinsam stark – wir werden laut

Veröffentlicht unter Rotes Kreuz | Kommentare deaktiviert für JRK-Landeswettbewerb 2024

Völkerstrafgesetzbuch weiterentwickeln

Das deutsche Völkerstrafgesetzbuch (VStGB) soll weiterentwickelt werden. So soll zum Beispiel die Nebenklage eingeführt werden und sexualisierte Straftatbestände mit aufgenommen werden.

bundestag.de: Dokumente zum Gesetzgebungsverfahren (Gesetzentwurf, Beschlussempfehlung etc.)
das-parlament.de: Opfer von Völkerstraftaten bekommen mehr Rechte

Veröffentlicht unter Hum. Völkerrecht | Kommentare deaktiviert für Völkerstrafgesetzbuch weiterentwickeln

160 Jahre Rotes Kreuz Oldenburg

Oberbaurat Otto Lasius, Mitglied des Vorstandes des Vereins, stand mit Henry Dunant in Genf in brieflicher Verbindung und berichtete ihn im April 1864 über die Fortschritte des Vereins hier in Oldenburg:

„Oldenburg, den 18. April 1864
Mein Herr!
In Beantwortung Ihres geehrten Schreibens vom 23. März hatte ich die Absicht, Ihnen den Bericht über die Fortschritte der Hilfe für die verwundeten Soldaten in Europa zu übersenden, den ich im Februar bei einer hiesigen Vereinigung verlesen habe, die sich die Prinzipien Ihres internationalen Komitees zu eigen gemacht hat.[1] Die Weser-Zeitung versprach mir, den Bericht in ihrem Feuilleton zu veröffent1ichen, aber bis jetzt habe ich vergebens darauf gewartet.[2] Unterdessen werden Sie dem beiliegenden Abschnitt der Oldenburger Zeitung entnehmen, daß hier ein spezielles Komitee gebildet worden ist, und ich kann hinzufügen, daß es eine ganz gute Aktivität entwickelt hat. Nicht nur hat es eine gute Menge an Leinen- und Wollstoffen usw. den Schleswiger Komitees zugesandt, dort hat zudem Dr. Müller (Militärarzt, dessen Namen Sie unter den Mitgliedern unseres Komitees finden) die Hospitäler und Ambulanzen besichtigt und während einiger Wochen seine Hilfe zur Verfügung gestellt, um besser zu erfahren, wie wir zu unserem Teil helfen können.[3]

Darüberhinaus wird Ihr internationales Komitee in diesen Tagen seitens des Grafen Wedel die Note über das Interesse erhalten haben, das Seine Königliche Hoheit der Großherzog den humanitären Zielen entgegenbringt,[4] denen Sie, mein Herr, verdienstvollerweise in ganz Europa und sogar jenseits des Ozeans Geltung verschafft haben, durch Ihr „Souvenir de Solferino“ wie durch den Eifer, mit dem Sie den von Ihnen gelegten Keim pflegen.

Seien Sie versichert, mein Herr, daß dafür die Oldenburger Ihnen sehr wohl Dank wissen und nicht aufhören werden, ihre Zustimmung zu dem Geschehenen zu bekunden; ich freue mich, das durch die Bitte verdeutlichen zu können, wohlwollend meinen tiefen Respekt zu akzeptieren.

Ihr sehr ergebener Diener
O. Lasius

Herrn J. Henry Dunant
Sekretär des internationalen Komitees
zur Hilfe für verwundete Krieger
rue St. Pierre in Genf“[5]

[1] Lasius hielt am 23. Februar 1864 die besagte Rede vor dem Literarisch-Geselligen Verein zu Oldenburg mit dem Titel „Humanistische (d. h. Internationale) Congresse“. Der Text ist leider nicht überliefert, aber in der Berichterstattung der Weser-Zeitung teilweise wiedergegeben.
[2] Die Weser-Zeitung in Bremen berichtete erst in ihrer Nr. 6370 vom 20. Mai 1864 (Teil 1) und Nr. 6371 vom 21. Mai 1864 (Teil 2) über Lasius‘ Vortrag mit dem Titel „Die Bildung freiwilliger Vereine zur Pflege auf dem Schlachtfelde Verwundeter“.
[3] Dieser Bericht beruht auf den Ausführungen Dr. Müllers anlässlich seines Vortrages vor der Versammlung des Oldenburgischen Offziercorps am 6. April 1864. Ein ausführlicher schriftlicher Bericht Dr. Müllers ist später in seinem „Correspondenzblatt für die Ärzte und Apotheker des Großherzogthums Oldenburg“ (Band 3) in den Ausgaben Nr. 5. (1. Mai 1864), Nr. 6. (1. Juni 1864) und Nr. 7. (1. Juli 1864) erschienen. Dr. Müller war übrigens bereits kurz nach Ausbruch des Krieges, ab 19. Februar 1864, also VOR den beiden offiziellen ersten Rotkreuz-Delegierten Dr. Appia (Abreise am 22. März 1864 von Genf, zunächst nach Berlin, später nach Norddeutschland) und Dr. van der Velde (geplante Abreise 29. März 1864) [Beiträge zur Rotkreuzgeschichte 9, S. 138 f.], vor Ort auf den Schlachtfeldern.
[4] „Die Regierung des Grossherzogthums Oldenburg erkennt die ausserordentliche Wichtigkeit an, die der Zewck der Versammlung für das Wohl der Menschlichkeit hat, und wird eine Mitteilung über die Arbeiten der Konferenz mit Vergnügen entgegennehmen in der Hoffnung, einigermassen zur Verwirklichung der hochherzigen Absichten beitragen zu können, welche den Gedanken von Hilfsvereinen ins Leben gerufen haben.“ (undatiert) Zitiert nach: Rudolf Müllers „Entstehungsgeschichte des Roten Kreuzes und der Genfer Konvention mit Unterstützung ihres Begründers J. H. Dunant“, Stuttgart 1897, Seite 133 f.
[5] Der Brief ist abgedruckt in: Dr. Jasper Osterloh: 125 Jahre Rotes Kreuz in Oldenburg. Oldenburg: Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Oldenburg, 1989, S. 32-34. [Bibliothekslink]

Veröffentlicht unter Rotes Kreuz | Kommentare deaktiviert für 160 Jahre Rotes Kreuz Oldenburg

DRK-Verschickungsheime

Der DRK-Landesverband Schleswig-Holstein hat das Thema „Verschickungskinder“ in seinen Einrichtungen wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Die Ergebnisse wurden von DRK-Vorstandsprecherin Anette Langner und der Sozialwissenschaftlerin Leoni Umlauft Anfang April vorgestellt.

drk-sh.de: Pressemitteilung
drk-sh.de: Studie
ardmediathek.de: TV-Berichterstattung Schleswig-Holstein-Magazin, 9. April 2024 (ab Minute 2:07)
aerztezeitung.de: Studie belegt Gewalt in der Kindererholung

Veröffentlicht unter Rotes Kreuz | Kommentare deaktiviert für DRK-Verschickungsheime

„Wenn der Krieg zu dir kommt“

Als Teil einer europäischen Gruppe von HVR-Rechtsberatern hat sich das Deutsche Rote Kreuz Ausführung eines interaktiven HVR-Film-Projekts beteiligt. Das Projekt wird auch vom IKRK unterstützt.

Der frei zugängliche interaktive Film „Wenn der Krieg zu dir kommt” ermöglicht einen sehr realen Einblick in den Alltag eines bewaffneten Konflikts aus drei verschiedenen Perspektiven; die der Zivilperson, des Soldaten und des Rotkreuz-Helfers. In dieser virtuellen Erfahrung tritt man in die Fußstapfen dieser verschiedener Personen, die vom Krieg betroffen sind. Das Ziel ist es, die Wahrnehmung Zuschauender zu hinterfragen, Überlegungen zu bewirken und ein tieferes Verständnis für die Natur der Kriegsführung sowie die Regeln des Kriegs zu vermitteln.

Der Film wurde auch ins Deutsche übersetzt und soll zu Zwecken der Verbreitungsarbeit genutzt werden. Gerade junge Zielgruppen könnten somit erreicht werden.

„Wenn der Krieg zu dir kommt“

Mit Textmaterial des Deutschen Roten Kreuzes erstellt.

Veröffentlicht unter Hum. Völkerrecht, Rotes Kreuz | Kommentare deaktiviert für „Wenn der Krieg zu dir kommt“

160 Jahre Rotes Kreuz Oldenburg

Nachdem am 2. Januar 1864 ein Verein gegründet worden war, erfolgt am 10. Februar 1864 hier in Oldenburg eine weitere Versammlung, die sich mit einer Satzungsfragen und Wahlen beschäftigte.
Die Oldenburger Zeitung berichtete am 12. Februar 1864 wie folgt davon:

„Oldenburg, 10. Februar.
Heute Abend 5 Uhr fand eine Versammlung in der Union statt, in Betreff des Vereins zur Pflege auf dem Schlachtfelde verwundeter Krieger. Die Versammlung war namentlich von Damen sehr besucht.
Der Vorsitzende, OGA. Dr. Hoyer, verlas zunächst die Statuten des Vereins, und beantragte, daß der Vorstand aus einer größeren Anzahl von Personen, mit der Befugniß sich zu ergänzen, bestehen möchte. Zugleich bemerkte derselbe noch, daß die Bildung des Vereins in Kiel angezeigt worden, mit der Anfrage, was man dort an Utensilien erforderlich erachte; es sei indessen bis jetzt keine Antwort erfolt.
Nach einigen weiteren Aufklärungen des Vorsitzenden wurde die Wahl des Ausschusses auf Antrag des Herrn B. Fortmann in folgender Weise vorgenommen. Die Versmmlung bezeichnete 12 Anwesende, die wiederum 5 Mitglieder wählten, welche den engeren Ausschuß bilden und sich durch Zuwahl ergänzen sollten. Die gewählten 5 Mitglieder wurden der Versammlung vorgeschlagen und angenommen. Es sind Fräul. Christine Claussen, Fräul. Lina Dugand, Herr Dr. Müller, Herr OGA. Dr. Hoyer und Herr B. Fortmann.
Ein fernerer Antrag des Herrn Seminardirektors Willich, dahin: In Zeiten drängender Veranlassung zur Thätigkeit wird dem Ausschusse es überlassen, durch ihm angemessen erscheinende Zuwahl bis zu 18 Personen sich zu ergänzen, wird gleichfalls ohne weitere Debatte angenommen, ebenso die Anträge 1) des Herrn Regierungsraths Steche, Herrn Stadtdirectors Wöbcken, Herrn Oberbauraths Lasius – Alle 2 Jahre treten 2 Mitglieder des Vorstandes, und zwar 1 Herr und 1 Dame, das erste Mal durchs Loos aus und werden durch Neuwahl ersetzt. – 2) des Herrn Reg.-Raths Steche – In Betreff des Arztes findet alle 2 Jahre eine Neuwahl statt.
Hiermit wurde die Versammlung, 6 1/2 Uhr, geschlossn.“

Anmerkung: „in Kiel angezeigt“ meint wohl eine Bekanntmachtung bei den Armeestellen des preußischen Herres, das sich derzeit zusammen mit Österreich im Krieg gegen Dänemark befand.
„engeren Ausschuß“ man würde wohl heute sagen „Geschäftsführender Vorstand“ o.ä.
„OGA“ Obergerichtsanwalt
Bemerkenswert bei der Einladung zu dieser Veranstaltung ist der Satz „Da ein zahlreicher Besuch von Frauen und Jungfrauen erwartet wird, werden die Herren freundlichst gebeten, nicht zu rauchen!“ (Oldenburger Zeitung, 10.02.1864).

Veröffentlicht unter Rotes Kreuz | Kommentare deaktiviert für 160 Jahre Rotes Kreuz Oldenburg