Am 13. Januar startete in Deutschland die Veranstaltungsreihe für das Jubiläum zum 150. Geburtstag des Roten Kreuzes. Was geschah in Genf im Jahr 1863 und welche Auswirkungen hatte es für die Rotkreuz-Gründung?
Das Jahr 1863 war entscheidend für die Gründung des Roten Kreuzes, denn kurz nach der Veröffentlichung von Dunants Buch Eine Erinnerung an Solferino im November 1862 findet dieses Buch wohlwollende Beachtung in den Kreisen der Genfer Bürger und seine Vorschläge werden dort diskutiert. Gustave Moynier, der Präsident der Genfer Gemeinnützigen Gesellschaft , schlug auf der Sitzung der Gesellschaft am 9. Februar 1863 vor, einen Ausschuss zu gründen, der sich mit den Ideen von Dunant befassen sollte.
Diesem neugegründeten Ausschuss, dem „Comité international de secours aux militaires blessés“, gehörten Moynier, General Dufour, Dunant sowie die Ärzte Dr. Appia und Dr. Maunoir an. Es wird Aufgabe des Komitees, die Vorschläge von Dunant auf ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen.
Am 17. Februar 1863 tagt das Komitee zum ersten Mal. Dieses Treffen gilt als Gründungsdatum des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Auf dieser Sitzung erinnert Dunant nochmals an seinen Wunsch, dass die zivilisierten Mächte einen internationalen geheiligten Grundsatz annehmen, der durch eine Art Konkordat von den Regierungen bestätigt und gesichert würde.
Am 17. März 1863 tagt das Komitee erneut und ihr Vorsitzender, Dr. Maunoir, fasst die Ideen in drei Vorschlägen zusammen:
Es ist erforderlich,
1) dass die Ausschüsse und ihre Delegierten von den Behörden offiziell anerkannt und genehmigt werden;
2) dass die freiwilligen Krankenpflegekorps der Gerichtsbarkeit der Militärbehörde unterstehen, unter deren Amtsgewalt sie sich während einen Feldzuges bedingungslos stellen;
3) dass diese Korps aus Helfern bestehen, die sich in der Nachhut der Heere halten und ohne den Armeen irgendwelche Unkosten zu verursachen. Kurz gesagt, die Freiwilligen werden nichts kosten. Man kann sie rufen und entlassen, wann man will.
Offizielle Anerkennung, Aufsicht durch die Militärverwaltung und freiwillige Helfer; dies waren die ersten deutlichen Grundzüge eines Abkommens das sich mit dem Schutz und der Hilfe für Verwundete auf den Schlachtfeldern beschäftigen soll.
Dunant war weiter tätig; sein Buch wurde in mehreren Auflage und Sprachen veröffentlicht und europaweit an Monarchen geschickt und er korrespondierte weltweit. So kommen auch viele positive Rückmeldung zu seinen Ideen nach Genf zurück.
Auf dem dritten Treffen des Komitees, am 25. August 1863, schlägt Moynier mit Unterstützung von Dunant den Plan vor, zu einer internationalen Konferenz nach Genf einzuladen. Teilnehmen sollen Staatenvertreter, Delegierte und Militärsachverständige. Moynier und Dunant werden beauftragt, die Einladung zu dieser Konferenz nach ganz Europa zu versenden. Auf dieser Sitzung legt Dunant seinen ersten Entwurf für eine internationale Konvention vor. Die Vorlage wird intensiv diskutiert, Moynier und Dunant werden beauftragt eine Schussfassung zu erstellen, so dass sie mit der Einladung verschickt werden kann. Dunant kündigte auf diesem Treffen auch an, dass er im September nach Berlin fahren werde, um dort anlässlich eines Kongresses auf Ärzte und Offiziere zu treffen und die Idee einer internationalen Konferenz in Genf vorzutragen.
> Fortsetzung folgt <
Literatur
# P. Boissier: Die ersten Jahre des Roten Kreuzes, Auszug aus der RICR, 1963
# P. Boissier: History of the International Committee of the Red Cross, HDI, 1985
# C. Lueder: Die Genfer Konvention, Besold Verlag, 1876
# J. Pictet: The foundation of the Red Cross Some important documents, 1963
Internet
# Intern. Review of the Red Cross, Februar 1963 (Protokolle des Ausschusses und engl. Übersetzung)
# IKRK: From the battle of Solferino to the eve of the First World War
# http://www.150jahre.drk.de/